Ent-Entfremdung

Anknüpfend an den ersten Ansatz ist eine Auseinandersetzung mit Entfremdung unumgänglich. Der Begriff ist spätestens seit Karl Marx ein wichtiger Bestandteil in der Analyse kapitalistischer Prozesse. Die Entfremdung spielt eine wichtige Rolle um Produkte von ihrer Vergangenheit zu lösen, wie Anna Tsing in ihrer Studie zu globalen Lieferketten aufzeigt (Tsing 2015). Gegenüber dem Konsumenten technologischer Produkte und Prozesse schlägt sich die Entfremdung insbesondere in der Gestaltung der technologischen Artefakte sowie dem Branding dieser nieder. Die Produkte werden bewusst von ihrer Vergangenheit gelöst um sicherzustellen, dass dieses den Narrativen der Marke entspricht.

Ein vielleicht unerwartetes Beispiel an animistischer Potentialität verbirgt sich im Öffnen und zugänglich machen technologischer Artefakte (???) sowie der Wiedereinbettung in ihre Herkunftsnarrative. Eine Forschungsarbeit zur Gestaltung von Phone-Repairshops in Washington kommt beispielweise zum Schluss, dass die Begegnung mit dem geöffneten Produkt für die Kund*innen weitaus emotionaler und bindender ist, als wenn die Reparaturarbeit nicht vor deren Augen stattfindet (???).

Dieser zweite Ansatz verfolgt die weitaus physischere Seite eines animistischen Ansatzes für Technologie indem Praktiken des Öffnens und der Wiedereinbettung und deren Auswirkungen auf die Partizipanden untersucht werden.

Tsing, Anna Lowenhaupt. 2015. The Mushroom at the End of the World: On the Possibility of Life in Capitalist Ruins. Princeton: Princeton University Press.