wastescapes Audiowalk

Der wastescapes Audiowalk ist im Rahmen des Forschungprojektes Times of Waste entstanden. Das Projekt nahm sich der Komplexität von elektronischem Abfall an, insbesondere Smartphones. Der Audiowalk diente uns dazu, die erarbeiteten Themen und Materialien in einem Narrativ zu vereinen und einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.

Der Audiowalk war im Hafenareal von Basel verankert, welches aufgrund seiner Funktion als nationaler Dreh- und Angelpunkt für eine globale Logistik eine spezielle Bedeutung für uns einnahm. In der technischen Umsetzung hatten wir uns für eine selbst-entwickelte Smartphone App entschieden, da bisherige Lösungen unseren Anforderungen nicht gerecht werden konnten. Das wichtigste Feature war eine, auf wenige Meter genaue, GPS-basierte Lokalisierung der Partizipierenden.

Diese konnten das Gebiet autonom durchschreiten einzig durch eine Stimme angewiesen, wohin sie gehen müssen. Das erzählte Narrativ bezog sich immer wieder auf die Umgebung, in welcher die Teilnehmenden sich befanden. Da wir, für eine möglichst inversive Erfahrung, auf andere Navigationshilfen verzichteten, war es unabdingbar, dass dem Gerät und der Erzählstimme vertraut werden konnte. Das verwinkelte Gelände brachte aber nicht nur für die Läufer*innen Schwierigkeiten mit sich. Das Industrieareal mit seinen hohen Lagerhallen und Wasserflächen verzehrten das GPS Signal.

Für eine funktionierende Lösung mussten wir diese Verzerrungen zuerst visualisieren, um sie dann technisch umgehen zu können.

Konzept Audiowalk und Umsetzung Smartphone-App


Der Audiowalk wastescapes ist im Kontext von Times of Waste entstanden und geht verschiedenen Bewegungen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Materialien und Gütern im Grenzraum Basel nach. Der Fokus liegt auf lokalen Phänomenen dieses trinationalen Gebiets, die exemplarisch für regionale und globale Zusammenhänge sind: das Hafengelände mit Recycling-Dienstleistungen, Import/Export-Aspekte (CH), Lindan-Bodensanierungen BASF (F), Handyreparatur-Shops (D), invasive Tiere (Grundeln) oder das Zwischennutzungsgebiet Klybeck nach Rückbauten von Öltanks (CH). Die Besuchenden erhalten die Möglichkeit, öffentliche und exklusive Orte im Grenzgebiet zu erkunden. Das Projekt bietet einen vielfältigen Zugang durch Szenarien, die von Science-Fiction bis zu dokumentarischen Formen, von gesprochenem Wort bis zu Geräuschen reichen und eine Nähe respektive Irritation gegenüber den vorgefundenen Situationen kreieren.

Der GPS-basierte Walk wird auf einem Smartphone abgespielt. Die bewusst eingesetzte Technologie des Datenträgers reflektiert die zur Sprache gebrachten Themen wie Rohstoff-, Abfall- und Recyclingproblematiken auch medienspezifisch. Das weitgehend eigene Tempo der Raumexploration bietet andersartige Rezeptionsmöglichkeiten: Der Walk kann als physikalische Erfahrung des Raums und im Raum betrachtet werden, wo man eine Art Transformation durch Partizipation erfährt und sich die Rollen von Besuchenden und (befähigten) Agent_innen vermischen.

wastescapes gründet auf dem 2012 veröffentlichten Forschungs- und Ausstellungsprojekt RhyCycling. Dieses untersuchte die Grenzregion von Deutschland, Frankreich und der Schweiz entlang des Rheins und fokussierte auf die Verknüpfungen und Abhängigkeiten der menschlichen und nicht-menschlichen Umwelt. www.rhycycling.ixdm.ch